furious females

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Den Internationalen Weltfrauentag begehen hunderttausende Menschen weltweit aus den unterschiedlichsten Motiven. Diese sind dabei so vielfältig wie die Teilnehmer*innen selbst. 

Wir nehmen diesen besonderen Tag zum Anlass, unseren neuen feministischen Blog an den Start zu bringen: furious females. 

Warum braucht ein Theater- Ensemble einen Blog? 

Gute Frage. Natürlich: Unser “Kerngeschäft” war und bleibt das Bühnenspiel. Dennoch sind wir im letzten Jahr um eine großartige Erfahrung bereichert worden. Draußen, also fernab von den Theaterräumen, warten jede Menge Geschichten darauf, erzählt zu werden. In unserer Reihe furious females riefen wir Frauen* dazu auf, uns ihre Geschichten zu erzählen. Die Einsendungen haben uns einfach nur überwältigt und es wurde klar: Das Theaterbüro- Ensemble will die Diversität, die uns im Alltag umgibt, wertschätzen und neue Räume für die Erzählenden schaffen. 

Welche Themen wird der Blog beinhalten? 

Der furious females – Blog wird vor allem feministische Themen beinhalten. Wir als Ensemble möchten forschen, zuhören und lernen.
Wir wollen Theater für, von und mit Menschen aller Einkommensschichten und Bildungsgrade, Frauen*, PoC, Menschen mit Migrationshintergrund, queeren Menschen und Menschen mit Behinderungen gestalten. Neben unseren eigenen Themen wird es in diesem Blog genauso Gastbeiträge aus unseren Schreibwerkstätten und unseren Ausschreibungen geben. 

Seid ihr jetzt ein feministisches Kollektiv? 

Die kurze Antwort: Ja! Die ausführliche Antwort: Wir finden es wichtig uns als Theaterensemble ganz klar zu positionieren und unsere Werte und Haltungen an unser Publikum zu kommunizieren. Als Theaterbüro stehen wir für die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung aller Geschlechter und es ist uns ein Anliegen den Kampf dafür aktiv zu unterstützen. 

Alle zukünftigen Projekte werden also einen feministischen Hintergrund haben? 

Ist Theater automatisch feministisch, wenn es keine heteronormative Erzählstruktur aufweist und sich von veralteten Besetzungsmustern verabschiedet? Wenn die Antwort auf diese Frage ja ist, dann werden alle unsere Projekte einen feministischen Hintergrund haben. Wir wollen Geschichten erzählen. Wir wollen gesellschaftskritisch und unbequem sein und bleiben. Wir sehen es auch weiterhin als unsere Aufgabe an auf Missständen hinzuweisen, laut zu werden und die Welt in all ihren Facetten stets zu hinterfragen. Hierbei gelingt es uns hoffentlich Lösungsansätze voranzutreiben und dabei niemals das Ziel einer gerechten und nachhaltigen Zukunft aus den Augen zu verlieren. 

Findet ihr nicht, dass es langsam auch mal gut ist?

Ganz ehrlich? Ja, uns reicht es. Wir gehen sogar einen Schritt weiter: Manchmal hängt es uns echt zum Hals raus. Wir haben keine Lust mehr auf ewig lange destruktive Diskussionen darüber, ob gendergerechte Sprache denn unbedingt sein muss. Wir könnten kotzen, wenn wir die Femizid-Statistiken in Deutschland lesen, die besagen, dass jeden dritten Tag eine Frau durch ihren Partner getötet wird. Wir haben keine Lust mehr in den Kommentarspalten eingängiger social media Plattformen solche oder ähnliche Kommentare zu lesen: 

„Feminismus ist eine psychische Erkrankung, du Fotze.“ 

„Schwängern soll auch helfen, aber das kann man Kindern nicht antun.“

„ Es gibt nur Mann und Frau. Sonst könnte sich ja jeder einfach ein Geschlecht aussuchen. Diese ganze Debatte ist Aufmerksamkeitshascherei.“

Wir haben es so satt.

Wir dürfen nicht bequem werden oder uns einschüchtern lassen. Wir brauchen Verbündete, die einen solidarischen Feminismus vertreten und nicht müde werden neue Ansätze zu finden und zu diskutieren. Wir werden diesen Weg weiter gehen. Wir haben einen langen Atem und wir fangen gerade erst an.

Autor*innen

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Aylin Duman

Aylin Duman

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